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November 9, 2017

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Zwischen Winterdepression und Feierlaune

November 24, 2017

 Schwupp, schon wieder Ende November. In einer rasenden Geschwindigkeit zog das Jahr an mir vorbei, brachte schöne und unschöne Dinge mit sich, aber auch viel Neues. Altbekannt ist das Gefühl, dass eigentlich viel zu schnell schon wieder Weihnachten ist. In einem Monat schon. Da ich den Großteil der Vorweihnachtszeit leider im Krankenhaus verbringen werde, befinde ich mich also eigentlich jetzt schon akut im Stress. Wer bekommt was, wer schenkt den Kindern welches Geschenk? (Der Weihnachtsmann natürlich!) Wann backen wir Kekse, was gibt es zu Nikolaus, was kommt in den Adventskalender, wo kommt der Baum her und und und...

 

Und wenn ich mal wieder ganz schön tief im weihnachtlichen Vorbereitungsstress stecke, dann überkommt mich wie jedes Jahr eine Art Winterdepression. Alles ist immer viel zu dunkel, viel zu nass und überhaupt ist alles auch noch viel emotionaler als sonst schon. Seit ich selber Kinder habe, mischt sich dazu noch eine akute Sehnsucht nach alten Zeiten. Konkret gesagt: Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mich alleine in mein Auto zu setzen und nach Hause zu fahren. Also in die Heimat, zu meinen Eltern. Ich würde abends ankommen, meine Mutter hätte schön gekocht und mein Vater schon den Rotwein ausgesucht. Dann würden wir bis spät in den Abend reden und ich würde mich irgendwann schlafen legen mit dem Wissen das ich am nächsten Morgen ausschlafen und noch im Schlafanzug an den Frühstückstisch kommen kann.

Ich fand es früher so wunderbar, dass ich als eigentlich Erwachsene dann wieder ein paar Tage Kind sein konnte und sich jemand um mich kümmert. Wie wunderbar ich das fand, habe ich aber tatsächlich erst gemerkt, als es nicht mehr ging. Mein Vater ist leider mittlerweile (viel zu früh) gestorben, mein Elternhaus ist verkauft worden und obwohl meine Mutter sich sicher immer noch gerne ein paar Tage um mich kümmern würde, bin ich ja nun mittlerweile auch selber Mutter.

 

Und damit kommen wir zu neuen Gefühlen. Das ganze Brimborium um Weihnachten war mir früher eher schleierhaft. Besonders die ganze Vorweihnachtszeit. Und ich hätte auch problemlos ohne weihnachtliche Deko wunderbar auskommen können. Meine Mutter hat immer mit großer Begeisterung das Haus geschmückt und ich dachte immer nur "Wozu? Ist doch auch so schön hier." Und jetzt? Plötzlich ertappe ich mich dabei, wie ich kleine Porzellantannenbäume auf den Tisch stelle, mit Begeisterung Adventskalender bastele, zum Advent Kerzen anzünde und mit Tränen in den Augen meinen Kinder dabei zuschaue, welchen Zauber das ganze Thema Weihnachten auf sie auszuüben scheint. Und dann wird mir bewusst welches Geschenk das ist, durch seine Kinder plötzlich Dinge wieder anders zu sehen. Und das das wohl zum erwachsen werden dazu gehört. Und das die neuen Zeiten auch ihr Gutes haben, obwohl sie so anders sind.

 

Und so taumele ich durch diese Zeit im Wechsel zwischen Traurigkeit und Feierlaune. Zwischen Stress und Besinnlichkeit. Ich hoffe einfach, dass ich den alten Zeiten irgendwann nicht mehr so hinterher trauere und mehr das Hier und Jetzt genießen kann. Denn mein größtes Glück wäre, wenn meine Kinder irgendwann auch so gerne an die Weihnachtszeit in ihrem Zuhause zurückdenken, wie ich. Also kommt gut durch die Vorweihnachtszeit und haltet hin und wieder inne, um in allem Stress auch etwas Weihnachtszauber zu genießen. Ob und wie mir das selbst gelingt, berichte ich sicherlich bald hier.

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